Subsidiärer Schutz (Stand: 10.09.2018)

NEU!! Subsidiären Schutz bekommt, wem im Heimatland «ernsthafter Schaden» durch Folter, Todesstrafe oder Krieg droht. Diese Gruppe durfte zuletzt zwei Jahre lang keine Angehörigen nach Deutschland holen. Seit August 2018 können Ehepartner, minderjährige Kinder oder Eltern minderjähriger Kinder wieder Anträge auf Familiennachzug stellen. Bei dem neuen Verfahren sollen neben der Prüfung der Familienverhältnisse auch humanitäre Gründe und Integrationsaspekte berücksichtigt werden. Da absehbar war, dass es dabei Anlaufschwierigkeiten geben werde, hatte die SPD für die ersten fünf Monate ein Gesamtkontingent von 5000 Angehörigen durchgesetzt. Danach dürfen jeweils höchstens 1000 Menschen pro Monat kommen. Die Annahme von Anträgen auf Nachzug zu subsidiär Schutzberechtigten erfolgt in den ausländischen Botschaften und Konsulaten und werden an die Ausländerbehörden am jeweiligen Wohnort des Flüchtlings weitergeleitet, Der Großteil der Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz stammt aus Syrien.

 

Subsidiärer Schutz (Stand: 25.11.2016)

Viele Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien erhalten in diesem Jahr nicht mehr ihre volle Anerkennung als Asylberechtigte, sondern nur noch einen «subsidiären Schutz». Eine Entscheidung für diesen subsidiären, also unterstützend oder behelfsmäßig zuerkannten Status kann von der Asylbehörde BAMF dann getroffen werden, wenn ein Antragsteller nicht die volle Flüchtlingseigenschaft nach der Genfer Flüchtlingskonvention nachweisen kann. Konkret geht es um die «begründete Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe» (Asylgesetz §3). Voraussetzung für den subsidiären Schutz eines Antragstellers sind «stichhaltige Gründe für die Annahme ..., dass ihm in seinem Herkunftsland ein ernsthafter Schaden droht».

Subsidiärer Schutz bedeutet, dass nur eine Aufenthaltsberechtigung von einem Jahr statt drei Jahren erteilt wird. Sie kann aber um zwei Jahre verlängert werden, wenn der Grund für den subsidiären Schutz weiter besteht. Außerdem ist für zwei Jahre die Möglichkeit des Familiennachzugs ausgesetzt - diese Regelung wurde mit dem Asylpaket 2 im März 2016 eingeführt.